Gerne Lernen

Gehirn-gerechtes Lernen – Teil 3: Die Karteikarten-Methode

Die Karteikarten-Methode ist ein Klassiker, den ich bereits vor vielen Jahren erstmals von Sebastian Leitner in seinem Buch „So lernt man lernen“ kennen gelernt habe und dann in unterschiedlichsten Varianten wieder getroffen habe. Generationen haben damit also schon erfolgreich gelernt.

 

Was brauchen Sie dafür?

Für diese Methode benötigen Sie nur wenige Dinge. Möglicherweise müssen Sie gar nichts zusätzlich anschaffen, weil Sie bereits alles zu Hause haben:

  • Ein kleiner Karteikasten im Format DIN A6, DIN A7 oder DIN A8. Ich selbst verwende gerne diesen:
  • Passende Karteikarten, nach Geschmack liniert, kariert oder glatt. Wenn es mal schnell gehen muss und ich nichts einkaufen kann, schneide ich einfach Notizpapier zurecht.
  • 5 Trennblätter für den Karteikasten. Leider gibt es hier meist nur die alphabetische Einteilung zu kaufen. Ich verwende hier meist die Rückseite dieser Trennblätter und beschrifte sie von 1 bis 5 oder schneide mir aus buntem Karton passende Trennblätter zu.

 

Vorbereitung

Zur Vorbereitung des Karteilernens müssen die Karteikarten beschriftet werden: Auf der Vorderseite schreiben Sie bei Vokabeln das deutsche Wort, auf die Rückseite das dazugehörige fremdsprachige Wort. Bei anderen Lerninhalten schreiben Sie auf die Vorderseite eine Frage und auf die Rückseite die passende Antwort. Hier ist es wichtig, den Lernstoff in sehr kleine Portionen zu unterteilen, sodass die Frage in 1-2 Sätzen oder einer kurzen Aufzählung beantwortet werden kann.

Die beschrifteten Karten kommen nun in den Karteikasten. Dahinter werden die von 1 bis 5 beschrifteten Trennblätter eingelegt, sodass 5 Fächer entstehen. Alle Karten befinden sich zunächst vor dem 1. Fach. Ich empfehle, nicht mehr als 20 neue Karteikarten auf einmal einzuordnen.

 

So lernt Ihr Kind damit

Um nun den Stoff zu lernen, nimmt das Kind die vorderste Karteikarte heraus, liest die Frage auf der Vorderseite oder das zu übersetzende Wort und versucht es zu lösen. Danach wird die Antwort mit der Rückseite kontrolliert. Wurde die Frage richtig beantwortet, oder das Wort richtig übersetzt, darf die Karteikarte ins nächste Fach wandern. War die Antwort noch nicht richtig, bleibt die Karte ganz vorne und wird später wiederholt. Nun ist die nächste Karte dran.

Das wiederholt das Kind so lange, bis keine Karten mehr im vordersten Fach vorhanden sind.  Danach kommen die Karteikarten im nächsten Fach an die Reihe. Diese dürfen aber nur einmal pro Tag abgefragt werden. Ist die Antwort richtig, wandert die Karte ins nächste Fach (und wird an diesem Tag nicht mehr wiederholt), war die Antwort falsch, muss sie wieder zurück zum Start – also vor das erste Fach.

Karteikarten, die nach frühestens 7 Tagen das Fach 5 verlassen dürfen, sind bereits sicher abgespeichert und können aussortiert werden. Bei umfangreichem Lernstoff können Sie jeden Tag neue Karten einsortieren, achten Sie aber bitte darauf, dass die Höchstanzahl von 20 Karten im Fach vor dem 1. Trennblatt nicht überschritten wird.

 

Wie oft und wie lange soll mein Kind damit üben?

Wie bei vielen anderen Lernmethoden, kommt es auch hier auf die Regelmäßigkeit an. Sie werden merken, dass der Zeitaufwand dafür minimal ist, daher ist das tägliche Üben ideal und im Großen und Ganzen im Alltag auch umsetzbar. Der Karteikasten ist leicht zu transportieren, sodass auch in Wartezeiten unterwegs damit gelernt werden kann.

 

Dieses Karteikartensystem gibt es auch als Computerprogramm. In meiner Praxis verwende ich z.B. zur Abspeicherung des Grundwortschatzes das Programm GUT 1. Zum Vokabellernen in der Mittelschule oder im Gymnasium gibt es das (kostenlose) Programm www.quizlet.com.

 

Haben Sie Fragen dazu? Schreiben Sie mir doch einfach eine kurze Mail an:

Weitere Lerntipps folgen 🙂

 

Herzliche Grüße,

Gerda Neumann